Rücken gut, alles gut - Warum der Rücken so wichtig für unseren gesamten Körper ist

Erfahre in diesem Artikel, welche Körpersysteme zu einem gesunden Rücken beitragen und welche Auswirkungen fehlende Rückengesundheit daher auf unseren Körper und Geist haben kann.


Wenn wir uns über unsere Gesundheit Gedanken machen, denken wir an unser Herz, unsere Lungen, unsere Nieren, Leber oder unser Gehirn. Woran wir jedoch selten denken, ausgenommen, wir haben akute Beschwerden, ist unser Rücken. Deshalb sind auch nur die wenigsten bereit, präventiv etwas speziell für den Rücken zu tun. Zudem ist dies auch einfach nicht so „sexy“, wie für eine schlankere Figur oder einen muskulösen Körper zu trainieren.


Dabei zeigt auch unsere Sprache, welch große Bedeutung der Rücken für unser Wohlergehen tatsächlich besitzt. Sprüche wie „jemandem den Rücken stärken“ oder „jemandem das Rückgrat brechen“, zeigen auf, wie wichtig er für unser Leben ist. Ohne einen gesunden, belastungsfähigen Rücken scheint unser Körper nicht mehr dieses großartige „Werkzeug“ zu sein, das uns Bewegungsfreude und Stabilität schenkt, sondern stellt eher eine Bürde dar, die wir trotz allem irgendwie meistern müssen.



Dabei ist dieses so unglaublich ausgeklügelte System Wirbelsäule ein riesiges Geschenk, das wohl trotz unserer neuesten Technologien kein Ingenieur der Welt in dieser Präzision nachbauen könnte. Ihre 24 freien Wirbel bilden zusammen mit den 8-10 verwachsenen Wirbeln des Beckens Fundament und Gestell unseres Körpers zugleich. Die Wirbelsäule sorgt dafür, dass wir aufrecht stehen, uns gleichzeitig aber auch in alle Richtungen bewegen können. Zudem liegen um sie herum all unsere wichtigen Organe, wie das Herz, die Leber, die Nieren oder die Lungen. Unterstützt wird sie von unserem Brustkorb, der ihr hilft, die Organe zu schützen und die Statik zu verbessern. Sämtliche Nervenbahnen unseres zentralen Nervensystems laufen durch den Wirbelkanal hindurch und versorgen von da aus den gesamten Körper. Die stabile Lendenwirbelsäule bildet das Fundament, sodass nach oben, in Richtung Kopf hin, ihre Beweglichkeit immer mehr zunehmen kann.


Jedoch macht die Wirbelsäule nicht alleine unseren Rücken aus. Sie steht in ständiger Interaktion mit anderen Systemen unseres Körpers.


Zu diesen Systemen gehören unter anderen:


a) das Nervensystem,

b) das Herz-Kreislauf-System,

c) das Hormonsystem,

d) das Magen-Darm-System,

e) das Immunsystem,

f) das Muskelsystem,

g) das Skelettsystem oder

h) das Fasziensystem


Somit bedingt unsere Rückengesundheit nicht nur die Tatsache, dass wir keine Schädigungen der Wirbelsäule besitzen, sondern nur, wenn sie im Einklang mit den anderen Systemen funktioniert, lässt sich von einem gesunden Rücken sprechen. In vielen Fällen wird nämlich keine Auffälligkeit an der Wirbelsäule beim Röntgen oder im MRT gefunden, aber der Patient hat trotzdem starke Schmerzen.


Allzu oft wird hierbei das Fasziensystem vernachlässigt, welches jedoch weitaus mehr Schmerzrezeptoren besitzt als das Muskelsystem oder die Wirbelsäule selbst. Deshalb sind sich auch immer mehr Ärzte einig, dass anstatt einer Operation in den meisten Fällen erst einmal Bewegung und Training zur Verbesserung der Rückengesundheit genutzt werden sollten.


Sogar, wenn sich Schädigungen finden lassen, muss nach den Nationalen Versorgungsleitlinien für den nicht-spezifischen Rückenschmerz der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2017 zunächst eindeutig sichergestellt sein, dass es sich um spezifische Rückenschmerzen handelt, bevor eine Operation durchgeführt wird. Auch bei degenerativen Abnutzungen muss vor einer Operation erst der Zusammenhang zu den Schmerzen eindeutig sein, damit eine Zufallsdiagnose ausgeschlossen werden kann.


Nicht zuletzt spielt auch unsere psychische Verfassung eine große Rolle bei der Frage danach, wie gesund unser Rücken ist. Aktuellste Studien bestätigen zum Beispiel, dass Depressionen mit Rückenproblemen zusammenhängen. Jeder, der schon mal über einen längeren Zeitraum wiederkehrende Rückenschmerzen hatte, weiß nur zu gut, dass sich der Rücken in Zeiten enormen Disstresses immer noch ein wenig mehr bemerkbar macht.


Psychische und physische Verfassung stehen daher in Wechselbeziehung, sodass sich auf der anderen Seite z. B. längeres Verharren in einer unökonomischen Körperhaltung auf unsere Atmung auswirken kann, was wiederum Auswirkungen auf unsere Sauerstoffversorgung und unseren Metabolismus hat und darüber letztlich auch unsere Stimmung beeinflusst.


Bei chronischen Schmerzen können wir schnell in einen Teufelskreis gelangen, da die Schmerzen noch mehr zu einer depressiven Stimmungslage beitragen können.

Um dieser Negativspirale zu entkommen, ist es daher wichtig, zu verstehen, dass, wenn wir an einen gesunden Rücken denken, wir nicht nur die Wirbelsäule mit den einzelnen Bandscheiben im Kopf haben, sondern vielmehr berücksichtigen, dass Rückengesundheit immer bedeutet, dass die verschiedenen Körpersysteme im Gleichgewicht sind. Ein multimodaler Therapieansatz, der die Interaktion dieser verschiedenen Systeme berücksichtigt, ist dementsprechend am vielversprechendsten.


Wenn Du auch einem multimodalen Trainingsansatz folgen möchtest, dann nimm doch an unserer 6-wöchigen Rücken Fit Challenge teil. Denn hier wird Dir nicht nur ein individueller Video-Trainingsplan bereitgestellt, sondern auch wichtiges Theorie-Wissen vermittelt und Tipps und Übungen mit an die Hand gegeben, wie Du z.B. Stress reduzieren oder Veränderungen bei Deiner Ernährung umsetzen kannst.


Das Besondere an diesem Programm ist, dass die Kosten dafür sogar bis zu 100 % Deine Krankenkasse trägt.


Hier noch ein paar Studien und Links für den interessierten Leser:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28267634

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5081964/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15990670

https://journals.lww.com/spinejournal/Citation/2018/09150/Depression_is_Closely_Associated_With_Chronic_Low.17.aspx

https://www.hindawi.com/journals/bmri/2018/3058970/

https://www.leitlinien.de/nvl/kreuzschmerz