Die multifaktoriellen Ursachen von Rückenproblemen

Da 90 % aller Rückenschmerzen unspezifisch sind, können hierbei ziemlich viele Faktoren eine Rolle spielen. Erfahre welche dies sind und Fass es zu tun gilt.



Du glaubst, genau zu wissen, wo Deine Rückenprobleme herkommen?


Da wäre ich mir nicht so sicher. Denn selbst den Experten ist bewusst geworden, dass in etwa 90 % der Fälle, Rückenschmerzen unspezifisch sind. Das bedeutet, sie sind nicht unmittelbar auf eine spezielle Ursache zurückzuführen. Nur bei etwa 10 % liegen eindeutige Ursachen, wie zum Beispiel Nervenwurzelschädigungen, Wirbelbrüche oder Tumore vor.


Es ist demnach in dem Großteil der Fälle nicht einmal klar, dass die vom Arzt gestellte Diagnose, wie z. B. Bandscheibenvorwölbungen, Skoliosen oder andere Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule, der eindeutigen und einzigen Ursache der Probleme entspricht. Insbesondere bei chronischen oder wiederkehrenden Rückenproblemen sind die Ursachen meist ungewiss.


Da in Studien sogar herausgefunden wurde, dass bei vielen Menschen ohne jegliche Rückenprobleme auch Bandscheibenvorwölbungen und andere degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule vorzufinden sind, können diese Symptome nicht mit dem Auftreten von Rückenschmerzen gleichgesetzt werden und daher auch nicht als einzige Ursache für Rückenschmerzen angesehen werden. Um daher den wahren Ursachen von Rückenproblemen näherzukommen, bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.


Ein solcher ganzheitlicher Erklärungsansatz, der in den letzten Jahren in der Wissenschaft immer populärer wurde, ist das biopsychosoziale Modell.

Demnach müssen zur Beurteilung der Ursachen von Krankheiten stets Aspekte auf drei verschiedenen Ebenen berücksichtigt werden: der biologischen, der psychologischen und der sozialen Ebene.



Alle Faktoren einer jeden Ebene stehen dabei in Wechselwirkung mit den Faktoren der anderen beiden Ebenen. Oftmals ist es erst die Kombination von Faktoren auf den verschiedenen Ebenen, die zur Schmerzentstehung führen kann.


So kommt es häufig bei einer vermeintlich ungünstigen Bewegung nur dann zum Hexenschuss, wenn wir uns gleichzeitig in einem sehr gestressten Gemütszustand befinden.


Zum besseren Verständnis darüber, wie die Schmerzen ausgelöst werden, stellen wir uns ein Fass vor, welches durch jeden der Faktoren aller drei Ebenen stetig gefüllt wird, bis es irgendwann überläuft. Das Überlaufen ist dabei gleichgestellt mit dem Auslösen eines Schmerzes. Somit erhöht jeder Faktor die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Rückenproblemen. Es ist unklar (und individuell verschieden), welcher Faktor wie viel Einfluss auf das Füllen des Fasses besitzt, da dies auch abhängig von der Intensität und dem Ausmaß des Faktors ist.


Durch dieses Modell wird jedoch klar, dass die augenscheinlichen Verursacher der Schmerzen, wie die eine vermeintlich „falsche“ Bewegung, lediglich die Spitze des Eisbergs darstellen und bei Weitem nicht die einzigen Ursachen sind.



Ein biologischer Faktor, sei es eine degenerative Abnutzung der Bandscheiben, ein Beckenschiefstand oder eine Skoliose, ist lediglich wie ein Zündholz zu sehen, welches unter ungünstigen Bedingungen (angehäufte biopsychosoziale Faktoren) schnell ein Feuer entfachen kann.


Solche biologischen Faktoren weisen jedoch die meisten Menschen unserer Bevölkerung auf und sind daher als etwas ganz „Normales“ anzusehen. Ohne die sonstigen ungünstigen Bedingungen kann es sein, dass es, wie bei den zahlreichen Menschen mit degenerativen Veränderungen der Bandscheiben, aber ohne Symptomatik, nie zur Entstehung eines Feuers kommt.


Falls doch, kann es oftmals alleine durch das Verbessern dieser ungünstigen Bedingungen schnell wieder gelöscht werden, ohne dass das „Zündholz“ dafür entfernt werden muss.


Es geht somit in erster Linie darum, das Fass zu leeren. Um dies zu erreichen lässt sich der Abflusshahn des Fasses durch die verschiedensten Aktivitäten öffnen, z. B. durch mehr Bewegung, gezieltes Rückentraining, Faszientraining, Verbessern der Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten, Stressabbaustrategien, antientzündliche Ernährung, Entspannungstechniken, Psychotherapie.


Je leerer das Fass ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Schmerzen

erleiden müssen und desto größer ist darüber hinaus auch unsere Vitalität, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Daher ist es sinnvoll, sich so gut es geht, dem Leeren des Fasses widmen, denn nur Schmerzen zu vermeiden, treibt uns oftmals nicht genug an, um auch dauerhaft an unserer Gesundheit zu arbeiten.


Hier habe ich auch noch ein Youtube-Video zu diesem Thema für Dich:





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Denn in diesem zeige ich Dir, wie Du mithilfe meiner M.Ü.H.E.L.O.S.-Methode Dein Fass gezielt, einfach und nachhaltig leer bekommen kannst, um Dir Deine Lebensqualität zurück zu holen und wieder ein Leben nach Deinen Vorstellungen leben zu können.