Warum die normale Ernährung grundsätzlich die gesündeste ist

In diesem Blogartikel erfährst du, warum es nicht die eine gesündeste Ernährungsphilosophie gibt, was genau mit "normaler" Ernährung gemeint ist und wie du dich einfach und stressfrei gesund ernähren kannst.


In meinem letzten Blogartikel über die antienztündliche Ernährung habe ich erklärt, wie wichtig antientzündlich wirkende Lebensmittel für unsere Gesundheit sind. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt nur noch diese Lebensmittel essen sollten. Dies wäre - denke ich - auf der einen Seite eine unrealistische Erwartung, da die aller meisten Menschen dies eh nicht durchhalten würden und solche radikalen Umstellungen eher den Jo-Jo-Effekt fördern. Und auf der anderen Seite kann das ständige Eifern danach, sich ausschließlich gesund ernähren zu müssen, einen ziemlich stressen.


Gibt es die eine gesündeste Ernährungsphilosophie?


Trotz all der verschiedenen Diäten und Ernährungsphilosophien, die uns von allen Seiten empfohlen werden, sei es Veganismus, Steinzeitdiät oder intermittierendes Fasten, zeigt sich letztlich, dass es nicht die eine Ernährungsphilosophie, die am gesündesten ist, gibt, denn wir Menschen unterscheiden uns in Körpertyp, Fitnesslevel, Alter und Körperkomposition, sowie zusätzlich auch noch in Dingen wie unseren persönlichen Vorlieben, unserem Einkaufs-Budget, unserem Ernährungswissen, unserer persönlichen Ernährungsgeschichte und unserem ethnischen Hintergrund.


Dass es nicht die eine Ernährungsphilosophie gibt, die für jeden am gesündesten ist, zeigt auch dass die verschiedensten ethnischen Gruppen der Welt sich komplett unterschiedlich ernähren, und es bei all diesen Gruppen Menschen gibt, die sehr lange gesund leben. Also kann man gesund und fit sein, egal ob man sich vegetarisch ernährt, man Fleisch isst, viele Kohlenhydrate zu sich nimmt oder fettreich ernährt.


Doch wie sollen wir uns ansonsten ernähren, um gesund zu leben?


Allen Trends zum Trotz, hat sich eine Ernährungsform über all die Jahre als die grundsätzlich sinnvollste, nachhaltig gesündeste und am einfachsten umsetzbare herausgestellt: die "normale".


Mit "normal" ist nicht zwangsweise die aktuelle Ernährung der meisten Menschen bei uns in der westlichen Welt gemeint, sondern eine ausgewogene, vielseitige und vor allem moderate.


Hierbei wird nichts unbedingt „verboten“ (es sei denn, es liegen Unverträglichkeiten vor), aber auch nichts als Wunder bewirkendes „Superfood“ angepriesen, von dem wir glauben, dass es all die ungesunden Verhaltensweisen wett machen würde. Vielseitig und vollwertig zu essen und dabei Maß zu halten, lautet die Devise. Denn alle Ernährungsphilosophien bringen kurz- oder langfristig Vor- und Nachteile mit sich und können für den einen genau das Richtige, für den anderen jedoch kontraproduktiv sein.


Gesund ernähren, ohne Stress!


Wenn wir uns grundsätzlich darum kümmern, was wir essen, ernähren wir uns in der Regel schon automatisch besser, als andere. Wenn wir dann noch folgenden Grundgedanken verinnerlichen: „Essen, um zu leben, anstatt leben, um zu essen“, sind wir auf einem guten Weg, uns einen für uns persönlich gesunden Umgang mit unserer Ernährung anzueignen.


Es geht also vor allem darum, sich wieder bewusst zu machen, dass „Lebens-Mittel“ einen unabdingbaren Treibstoff für unser Leben darstellen, so, wie das Benzin für das Auto. Dabei sind Lebensmittel sogar noch mehr als das. Sie sind Treibstoff, Betriebsstoff und Baustoff zugleich. Kohlenhydrate und Fette liefern uns Energie, Eiweiß und Wasser dienen dem Aufbau von Zellen und Gewebe, und Vitamine sowie Mineralien bilden Enzyme und regulieren den Stoffwechsel. Somit ist unsere Nahrung gleichzeitig die stärkste Droge und die beste Medizin, die uns die Natur bietet.


Wenn wir diese Grundeinstellung teilen, treffen wir in vielen Fällen schon automatisch die richtigen Entscheidungen in unserer Nahrungswahl und nehmen uns damit auch jeglichen Stress, den sich immer mehr Menschen auferlegen, um bloß nichts „Schlechtes“ zu essen.


Ein gesunder Umgang mit Ernährung heißt aber trotzdem auch, das Essen zu genießen oder auch zu "zelebrieren", denn das ist ebenfalls sehr gesund für uns.



Der soziale Kontext sollte nämlich auch nicht vergessen werden. Wenn wir uns aufgrund der eigenen Ernährung von anderen auszugrenzen, kann das zu vermehrtem Stress führen. Deshalb ist das entspannte Essen in einer Gemeinschaft für die Förderung unserer Gesundheit nicht zu unterschätzen.


Essen sollte einfach und entspannend sein, ohne sich dabei großen Stress zu machen, Kalorien zu zählen, jede Zutat auf der Verpackung zu lesen oder alles mit einer Waage abwiegen zu müssen (es sei denn, man tut dies gerne oder hat spezielle Performance-Ziele).


Wie genau sieht die "normale" Nahrungszusammenstellung aus?


Jetzt wollen wir uns noch anschauen, wie eine "normale" gesunde Nahrungszusammenstellung unter Berücksichtigung unseren Umständen hier in Deutschland aussehen könnte.

Dafür sollten zunächst einmal die Basics gewährleistet sein. Dazu gehört vor allem die Flüssigkeitsaufnahme. Nur, wenn wir genug Wasser zu uns nehmen, kann unser Gewebe optimal mit Nährstoffen versorgt werden und Abfall- oder Giftstoffe können beseitigt werden. Das Trinken von mindestens 2 l Wasser pro Tag ist daher unabdingbar, um Gelenkproblemen Einhalt gebieten zu können. Dabei ist Wasser mit vielen Mineralstoffen zu bevorzugen. Mit Flüssigkeit ist jedoch kein Kaffee oder Alkohol gemeint. Diese fallen unter die Kategorie „Genussmittel“.


Auf diesem Teller ist dargestellt, wie groß der Anteil der jeweiligen Nahrungsmittel bei einer normalen Mahlzeit sein sollte (empfohlen von der Harvard Medical School).


Obst und Gemüse machen dabei den größten Teil aus und Proteine aus Fleisch oder Milchprodukten genauso wie Kohlenhydrate aus Getreide oder Kartoffeln jeweils ein Viertel. Es sollte grundsätzlich möglichst auf vollwertige und regionale Nahrungsmittel zurückgegriffen werden.


Wir können es uns aber auch noch einfacher machen, indem wir simple Faustformeln bei der Zusammenstellung der Portionen für unsere Mahlzeiten befolgen. Diese lauten wie folgt:



Während dies natürlich nur sehr grobe Empfehlungen sind und es immer auch auf die körperlichen Proportionen der einzelnen Person und viele weitere Faktoren ankommt, helfen sie uns dabei, die "normale" Ernährung einfach und stressfrei zu machen.