Warum Selbstverantwortung für eine nachhaltige Rückengesundheit am wichtigsten ist

Aktualisiert: 30. Aug 2018

Ich möchte Dich herausfordern: Nimm die Verantwortung für Deinen Rücken in die eigene Hand und Du wirst langfristig davon profitieren! Warum auch die aktuelle Wissenschaft dies bestätigt, erfährst Du in diesem Artikel.



Viele Menschen geben die Verantwortung für ihre Rückengesundheit gerne ab und vertrauen ausschließlich auf passive Heilmethoden. Diese können grundsätzlich auch sehr gut helfen, denn davon gibt es eine unglaubliche Vielzahl, die auf großartige Art und Weise Symptome beseitigen und Beschwerden lindern können. Sie sind jedoch alle nur dann wirklich sinnvoll für unsere langfristige Rückengesundheit, wenn wir sie zusätzlich zu einem aktiven Lebensstil nutzen.


Haben wir eine Episode starker, akuter Rückenschmerzen hinter uns, können wir sie sehr gut als Unterstützung nutzen, damit wir wieder aktiv werden können.


Setzen wir aber einzig und alleine auf passive Heilmethoden, ohne die Absicht zusätzlich aktiv werden zu wollen, dann machen wir unsere Gesundheit von ihnen abhängig. Wenn sie uns dann irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen, ist die Rückkehr unserer Probleme quasi vorprogrammiert.


Nehmen wir beispielsweise nach einem Hexenschuss Medikamente zur Schmerzlinderung und zum Abklingen der Entzündung zu uns, können diese helfen, dass wir unseren Alltagsaktivitäten ohne größere Einschränkungen wieder nachgehen und aktiv bleiben können. Setzen wir sie aber nach einigen Tagen oder Wochen nicht ab, fängt unser Körper an, die Produktion der eigenen schmerzhemmenden Stoffe (Opioide) herunterzufahren.


Diese sind jedoch wichtig, um den Problembereich zu desensibilisieren, damit er nicht bei jeder kleinen Reizung schon Schmerzsignale aussendet. Neben der generellen Gefahr der Nebenwirkungen von Medikamenten ist aufgrund dieser verringerten Schmerzschwelle vor allem eine langfristige Einnahme von Medikamenten bedenklich. Das Absetzen der Medikamente fällt vielen Menschen aber deshalb so schwer, da für sie die Medikamente die einzige Möglichkeit darstellen, die Schmerzen loszuwerden.


Um aus diesem Teufelskreis entkommen zu können, ist das Erlernen aktiver Methoden notwendig, die ebenso gut zur Desensibilisierung des Problembereichs und der Schmerzlinderung beitragen können.



Auch alternative Heilmethoden fördern Passivität


Doch auch das ständige Behandeln-Lassen vom Masseur, Physiotherapeuten oder Osteopathen kann dazu führen, dass wir uns darauf ausruhen, ja immer wieder dort hin gehen zu können, wenn unsere Muskeln wieder verspannt sind. Wir gehen dann aber nicht der Frage nach, warum sie überhaupt so sehr verspannen und was wir alles tun könnten, um dies zu verhindern.


Ruhen wir uns darauf aus, uns stets behandeln lassen zu können, erhöhen wir daher nicht nur unsere Abhängigkeit, sondern entrauben uns zudem auch noch einer Reihen von Vorteilen, die das Aktiv-Werden noch mit sich bringt. So kann z.B. vermehrtes Bewegen - neben den sonstigen vielen gesundheitsförderlichen Vorteilen- auch unsere Leistungsfähigkeit im Job erhöhen oder unser Selbstwertgefühl verbessern.


Eine ganz besondere Rolle spielt hierbei auch unsere Selbstwirksamkeit, zu der Studien gezeigt haben, dass sie bei Rückenschmerzen maßgebend dafür ist, ob sich Schmerzen chronifizieren oder nicht.


Jedes Mal, wenn wir es schaffen, uns dank unseres Aktiv-Werdens von den plagenden Rückenschmerzen zu befreien, überzeugen wir uns selber davon, dass wir uns selbst da raus holen können und erhöhen dadurch unsere Selbstwirksamkeit. Eine erhöhte Selbstwirksamkeit lässt uns nicht nur ruhiger mit den Problemen umgehen, sie erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir erneut in Aktion treten werden.



Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten immer mehr darauf hin, dass wir mehr unseres eigenen Glückes Schmied sind, als wir uns oftmals eingestehen wollen.




Epigenetik drängt uns zur Selbstverantwortung


So widerlegten vor einigen Jahren die Erkenntnisse aus dem neueren Wissenschaftsbereich der Epigenetik die Theorie, dass die Eigenschaften eines Organismus durch das bei der Geburt vererbte Genmaterial unveränderbar bestimmt werden. Sehr vereinfacht dargestellt, konnte die Epigenetik aufzeigen, dass bestimmte Bereiche des Erbguts „stillgelegt“ werden und andere dafür leichter transkribiert (in RNA für den Aufbau von Proteinen umgeschrieben) werden können.


Wir besitzen demnach zwar bestimmte Gene in unserem Erbgut, jedoch ist es letztlich mehr, als wir zu wissen glaubten, von uns und unseren Lebensverhältnissen abhängig, welche Gene wirklich abgelesen werden und zur Herstellung unserer Körperproteine genutzt werden. Somit regulieren die Zellen selbst, wann und in welchem Ausmaß welche Gene ein- und ausgeschaltet werden.


Warum und wie genau dies geschieht, hängt davon ab, wie unser Lifestyle aussieht, ob psychische Traumata aus der Kindheit existieren, welchen Umwelteinflüssen wir ausgesetzt sind und wie wir diese wahrnehmen. Dadurch kann die Entstehung von Krankheiten oder die Veränderung von Persönlichkeitsmerkmalen epigenetisch beeinflusst werden.


Unsere Rückengesundheit ist somit viel weniger von unserer genetischen Disposition abhängig, als wir bisher dachten.


Dass der Vater damals auch schon einen Bandscheibenvorfall oder chronische Rückenprobleme hatte und es deshalb wohl in den Genen stecke, gilt somit nicht mehr als „Ausrede“. Es sind wohl weniger die schlechten Gene, gegen die wir angeblich sowieso nichts tun können, sondern viel eher Verhaltensweisen, die sie uns gelehrt haben oder die wir von ihnen abgeschaut haben, welche mit dazu beitragen, dass gesundheitsschädliche Gene abgelesen werden.


Uns sollte somit bewusst werden, dass wir selbst mehr Verantwortung für unseren Rücken tragen, als wir es uns oftmals einreden wollen. Zwar bedingen bestimmte genetische Dispositionen, wie die Gewebesensitivität oder die Knochendichte, unsere Anfälligkeit für Rückenprobleme, weitaus bedeutender sind jedoch unser Umfeld und unsere angeeigneten Denk-, Verhaltens- und Bewegungsmuster.


Deshalb möchte ich Dich dazu bestärken, bewusst an diesen Mustern und Verhältnissen zu arbeiten, wodurch Du die Opfer-Mentalität ablegst und die Verantwortung und Macht über Deine Gesundheit und Lebensqualität in die eigene Hand nimmst. Durch ein gezieltes Verändern Deiner Umweltverhältnisse (z. B. ergonomischer Arbeitsplatz, gesundheitsbewusste Mitmenschen, stressfreies Umfeld), sowie deines Verhaltens (z. B. genügend Bewegung, gutes Stressmanagement, gesunde Ernährung) kannst Du positiven Einfluss auf deine Genetik nehmen und somit nicht nur Deine eigene Gesundheit, sondern - durch die epigenetischen Veränderungen deines Erbgutes - offenbar auch die Deiner zukünftigen Kinder, mitbestimmen. Auch wenn das nicht der einfachste Weg ist und eine hohe Verantwortung mit sich bringen mag, ist er sicherlich umso erfüllender und überaus bestärkend.




Falls Du bereit bist, aktiv zu werden, um Deine Rückengesundheit und Lebensqualität zu erhöhen, aber vielleicht noch nicht genau weißt, was Du genau tun kannst, dann nimm doch einfach an unserer 6-wöchigen Rücken Fit Challenge teil!


Das Online-Trainingsprogramm für einen nachhaltig gesunden Rücken ist auf Dich persönlich zugeschnitten und die Kosten dafür trägt sogar bis zu 100 % deine Krankenkasse.

Eine Liste von Studien für den interessierten Leser:


https://research.libraries.wsu.edu/xmlui/bitstream/handle/2376/4016/J_Fletcher_010202495.pdf?sequence=1

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28939015

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20655254

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1392256

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2423347

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4021822

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4480875